An diesem Wochenende findet in Bad Homburg das bereits 27. Deutsche Ärzteschachturnier statt, zu dem sich wohl wieder etwa 150 Ärzte in der "schönsten Stadt Deutschlands" – so (augenzwinkernd) der Oberbürgermeister Alexander Hetjes – versammeln werden. Über den Superlativ lässt sich streiten, nicht aber über die dortige Wohlhabenheit.

Insofern ist der abendliche Vortrag des Schachhistorikers Michael Negele Von Gönnern und Könnern – Mäzenatentum im Schach alles andere als fehl am Platze, ohne explizit auf darbende ärztliche Schachspieler zu verweisen. "In cunctis domina pecunia est" ("In allen Angelegenheiten herrscht das Geld"), wusste schon Publilius Syrus, ein Zeitgenosse von Gaius Maecenas (65–8 v. Chr.), Wohltäter der römischen Dichter Vergil und Horaz.

Sicher wird Negele auch über die großen Schachmäzene Albert Salomon von Rothschild (1844 bis 1911) und Ignaz Kolisch (1837 bis 1899) reden, der unter Rothschilds Fittichen vom Berufsschachspieler, der vorwiegend von Kaffeehauspartien lebte, zum reichen Bankier und, geadelt, gar zum Baron Ignaz von Kolisch aufstieg und fortan selbst Turniere unterstützte. Der "Gönner" war aber auch ein "Könner", der im Schach wie im Leben das Risiko liebte und bevorzugt mit dem Königs- und Evans-Gambit eröffnete. Unangefochten gewann er so das Turnier auf der Pariser Weltausstellung 1867 und schlug auch den berühmten Problemkomponisten Samuel Loyd brillant. Nach welchem Kraftzug von Kolisch als Weißem gab Loyd bereits auf?

Lösung aus Nr. 11:

Schwarz droht die Springergabel auf f3 – doch mit welcher kombinatorischen Abwicklung gewann Weiß?

Das Qualitätsopfer 1.Txd4! beseitigte den schwarzen Riesenspringer – nach 1...exd4 2.Txe7+ Lxe7 3.De6! Lf6 4.Df7+ Kh6 5.Dxf6 gab Schwarz auf