Für alle, die es im Laufe der vergangenen Monate vergessen haben sollten: Annegret Kramp-Karrenbauer ist "Merkelianerin". Sie hat über Jahre hinweg, selbst in den aufgeheizten Zeiten des Flüchtlingsstreits, die Kanzlerin unterstützt und war Angela Merkels Wunschnachfolgerin für das Amt der CDU-Vorsitzenden. Das muss man sich heute etwas mühsam in Erinnerung rufen, weil Kramp-Karrenbauers erste Monate an der Spitze der CDU so wirken, als gelte es vor allem, Distanz zur Vorgängerin zu gewinnen, die konservativen Kräfte zu bedienen und den Kurs der Partei zu verschieben. Das ist inzwischen nicht mehr nur eine Frage persönlicher Authentizität, sondern eine der politischen Perspektive. Nicht nur für die Partei, sondern auch für die Republik. Denn die CDU wird ziemlich sicher auch die kommende Bundesregierung anführen. Also, wohin führt AKK die Union?