Früher haben wir zusammen Fußball gespielt, er war ein neugieriger Teenager, zehn Jahre jünger als ich, und wohnte neben dem Platz in Appen-Etz bei Hamburg. Vor ein paar Wochen ist er mir wiederbegegnet – bei "Markus Lanz", bei "Stern TV", bei "Spiegel Online": Anselm Nathanael Pahnke, 29, Filmemacher. Seine Doku "Anderswo. Allein in Afrika" ist ein Erfolg im Kino: ein Film über seine 15.000 Kilometer lange Radtour von Südafrika bis nach Ägypten. Er trank nur aus Brunnen, bekam Malaria und Typhus, begegnete Löwen, wurde von kongolesischen Rangern beraubt, in der Sahara hatte er drei Monate Gegenwind. Aber das Schwierigste, erzählte er mir am Telefon, sei die Rückkehr gewesen. Darüber will ich jetzt mit ihm reden. Es gibt viele Weltreisende, die von ihren Erlebnissen unterwegs berichten – selten erzählt mal einer vom Wiederankommen. Zu unserem Treffen in einem Café in München erscheint er auf demselben Rad, mit dem er gereist ist, bepackt mit denselben roten Taschen.