Die Erinnerungen von Paulus van Husen, einem der weniger bekannten Widerständler aus dem Umkreis Stauffenbergs, sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich abstrakte Geschichte durch den persönlichen Blick eines Menschen erschließen kann. Heute leben kaum mehr Zeitzeugen, die zur Zeit des Nationalsozialismus die Geschicke mitgestalteten. Die Memoiren Paulus van Husens, jetzt in einer Lesefassung wieder veröffentlicht (Als der Wagen nicht kam, Herder Verlag 2019), sind wichtig, um zu zeigen, dass sich die Kreise um die Verschwörung vom 20. Juli 1944 weiter zogen, als viele wissen, dass Menschen ihr Leben und das ihrer Familien riskierten, deren Namen weitgehend unbekannt sind.