Es ist wichtig, die Zeichen zu sehen. Noch wichtiger ist es, ihre geheimen Botschaften zu entschlüsseln. Nur dann kann man seinen Mitmenschen weise Ratschläge erteilen und erhält die Chance, dereinst als großer Prophet zu gelten. Mein Ratschlag lautet: Ändert die Zweckbestimmungsregeln in den Garagenverordnungen der Länder beziehungsweise den vergleichbaren baurechtlichen Vorschriften! Andernfalls droht eine Wirtschaftskrise.

Die Zeichen sind unübersehbar. Steve Jobs hat Apple in einer Garage gegründet. William Hewlett und David Packard haben in einer Garage die unternehmerische Basis für HP gelegt. Bei den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin spielte eine Garage eine wichtige Rolle. Und von wo aus startete Jeff Bezos seinen Buchversand Amazon? Genau! Das sind die Zeichen. Ihre Botschaft lautet: Globale Wirtschaftsimperien werden heute in Garagen gegründet. Was braucht man folglich, um auf dem Weltmarkt erfolgreich zu werden? Natürlich Garagen. Echte, abschließbare Garagen (Schutz von Prototypen, Ideenskizzen, Plänen et cetera) natürlich, Carports oder gar offene Stellplätze sind hingegen komplett ungeeignet.

Warum hat Deutschland so wenig junge erfolgreiche Weltunternehmen vorzuweisen? Es liegt auf der Hand: wegen weitverbreiteter garagenrechtlicher Regelungen, die Firmengründungen in Garagen untersagen. Im vergangenen Jahr wies beispielsweise das Rathaus der Stadt Niederkassel am Rhein seine Bürger auf das Landesrecht hin, dem zufolge Garagen "nicht zweckentfremdet" werden dürfen, was schon dann der Fall sei, wenn man bloß ein paar Kartons darin stapele. Zweck einer Garage sei nämlich die Verwahrung von Autos, bei Zuwiderhandeln drohe ein Bußgeld von bis zu 500 Euro.

Zusammengefasst heißt das, dass die Gründung von Weltunternehmen hierzulande sanktioniert wird. Man muss kein Prophet sein, um die Folgen zu benennen.