Meet Lisa, irgendwann Anfang des letzten Jahrzehnts. Lisa wuchs in dem Bewusstsein auf, dass Gleichberechtigung selbstverständlich sei und sie einfach alles genauso werde machen können wie ihre männlichen – Entschuldigung – Mitstreiter. Feminismus nahm Lisa damals als soziale Bewegung durchaus zur Kenntnis, allerdings etwas skeptisch. Denn erstens ging es ihr gut, und zweitens hatte sie intuitiv schnell erfasst, dass es ihr jobmäßig möglicherweise nicht so guttun würde, wenn sie sich als Feministin bezeichnete. Feministinnen waren Nervensägen und Opfer, sie kümmerten sich nicht ausreichend darum, schön auszusehen, und wollten, so hörte man, häufig sogar das Gegenteil. Und sie waren immer unbeliebt bei den Mächtigen.