Der designierte Thronanwärter genoss eine sorgfältige, in seinen jungen Jahren militärisch geprägte Erziehung. Später sorgte ein liberaler Schriftsteller für humanistische Akzente. Wohlwollend und friedlich sei der Zögling gewesen, aber auch versessen auf militärisches Zeremoniell. Als er mit 37 Jahren die Regierung übernahm, hatte er wenig vorzuweisen außer einer "politisch unzweckmäßigen Heirat", von der er sich nicht hatte abbringen lassen.

Als erste Tat beendete er einen ohnehin verlorenen Krieg. Die Schwäche seines rückständigen Reichs blieb ihm nicht verborgen, sie zwang ihn zu eingreifenden Reformen. Ihr Kernstück war die Bauernbefreiung, sie sollte Motor der Modernisierung werden. Rechtlich war sie eine Revolution, wirtschaftlich ein Desaster. Die Mehrzahl der Bauern besaß danach nur wenig und dazu schlechtes Land, sie geriet schnell in drückende Schulden. Profiteure waren einige wenige Großgrundbesitzer. Eine moderne Verfassung blieb er seinem Reich zwar schuldig, doch einzelne Maßnahmen griffen tief ins Gefüge der Gesellschaft ein: die Einführung einer Städteordnung und einer ländlichen Selbstverwaltung, die Unabsetzbarkeit der Richter und die Wiederherstellung der Unabhängigkeit akademischer Institutionen.

Doch die Unzufriedenheit wuchs angesichts des reformerischen Stückwerks. Aufstände und Anschläge auf ihn brachen seinen Willen zur Veränderung. Nun herrschten Pressezensur und polizeiliche Überwachung. Schließlich erlag er einem der zahlreichen auf ihn verübten Attentate. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 12:

Lucien Favre, genannt Lulu, geb. 1957 in der Westschweiz, ist Trainer von Borussia Dortmund. Der ehemalige Schweizer Nationalspieler wurde 1985 durch ein Foul schwer verletzt. Der brutale Lkw-Terroranschlag am 14. Juli 2016, bei dem mindestens 86 Menschen ermordet wurden, überschattete Favres Anfangszeit beim OGC Nizza