Mit fünf lag Vlastimil Hort im Krankenhaus, wo ihm ein Arzt das Schachspielen beibrachte. In der Familie spielte niemand Schach, doch glücklicherweise lebte in seiner Heimatstadt Kladno bei Prag der Metzgermeister Saidl in der Nähe, bei dem es nicht nur ein Stück Wurst gab, sondern dort wurden – ungleich wichtiger – dessen Fernschachpartien analysiert.

Bald darauf sieht bei einem Mannschaftskampf der Prager Alois Hruska an seinem Brett einen kleinen Jungen mit den Figuren spielen, worauf er ihm bedeutet, er solle die Figuren wieder aufstellen und seinen Papa holen, das Spiel gehe gleich los. Doch da sagt der Knirps, dies sei sein Brett. "Und ich musste mich dann sehr strecken, um remis zu halten", schmunzelte später der Meisterspieler.

Bis heute, gerade wurde er 75, kann Vlastimil sich ein Dasein ohne Schach nicht vorstellen: "Ich läbe Schach!" Neugierig wie eh und je und doch auch immer wieder sehnsüchtig zurückblickend, wobei er seine Erinnerungen gerne auf der Website de.chessbase.com mitteilt. Zwei Jahrzehnte kommentierte er – mit böhmischem Akzent und schwejkschem Humor – gemeinsam mit mir im Fernsehen die großen Schachereignisse.

Mit allen Großen hat Vlastimil die Klingen gekreuzt und gehörte in seinen besten Jahren zur absoluten Weltspitze.

Beim Interzonenturnier in Manila 1976 stand er gegen den Sowjetrussen Lew Polugajewski bedrängt. Doch mit welchen zwei listigen Zügen konnte er als Schwarzer dessen Turm erobern?

Lösung aus Nr. 12:

Welcher Einschlag gewann schnell für Weiß?

Nach dem Damenopfer 1.Dxg6! gab Schwarz schon auf, weil bei 1...hxg6 2.Tf3! unweigerlich das Turmmatt auf der jetzt offenen h-Linie käme