Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Einigkeit ist momentan die große Stärke der Sozialdemokraten. Die Sicherheitshaft ist einerseits kein Thema, anderseits ist dieses präventive Einsperren natürlich ein Thema, wenn es auch für Inländer gelten soll. Im Osten – denn im Westen gibt es für die Roten nichts Neues – formiert sich eine Ich-AG, der angeblich die Basis den Rücken stärkt. Die Parteichefin, die von Anfang an Geschlossenheit in den eigenen Reihen vorfand, allerdings nicht unbedingt zu ihrer Unterstützung, kommt nicht nach, mal diesen Funktionär, mal einen anderen zurückzupfeifen. IS-Kämpfer sollten die Staatsbürgschaft verlieren, meint der pannonische Egoshooter, auch wenn diese Idee nicht ganz der Rechtslage entspricht. Doch seine eigene Rechtslage scheint offenkundig, zumal er mit den Blauen im eigenen Bundesland keine gröberen Probleme hat. "Deine Aussagen sind nicht wirklich hilfreich!", hört man die Chefin zurückpfeifen, während andere Pfeifen der Partei sich als Tiroler Problembären gefallen. Wie gesagt, im Westen nichts Neues. Der Wiener Landeshauptmann findet, dass unterschiedliche Auffassungen kein Problem seien: "In einer großen Bewegung wie der unseren kann es so etwas natürlich geben." Die Sozialdemokratie zum jetzigen Zeitpunkt als große Bewegung zu bezeichnen ist etwas übermütig. Doch vielleicht ist das Teil eines übergeordneten Plans, den man bislang nur nicht verstanden hat. Von horizontalen Ansichten im Westen bis zum vertikal aufstrebenden Mann im Osten. Im Gegensatz zur öden Message Control der Regierung präsentieren sich die Genossen als ungeordneter, bunter, lustiger Haufen, von dem niemand weiß, wofür er steht. Darüber thront die Kindergartentante mit der Pfeife. Dieses Pfeifkonzert wird sicher funktionieren. Sicher.