Vor einigen Jahren suchte ich im Internet nach einem Rezept für ein glutenfreies Dessert, um Rücksicht auf gewisse Empfindlichkeiten einer Freundin zu nehmen, die mich besuchen kam. Dabei stieß ich auf ein Rezept, das sich "Schokopudding für Intolerante" nannte. Entgegen meiner spontanen Vermutung richtete sich das Rezept nicht an Mullahs, Evangelikale, reaktionäre Hardliner, Stalinisten oder sonstige Verbohrte, sondern versuchte, möglichst viele von denjenigen Menschen glücklich zu machen, die unter einer oder gar mehreren der diversen Lebensmittelunverträglichkeiten leiden. "Aha", dachte ich, damals noch nicht sonderlich beunruhigt, "neuerdings taugt der Begriff 'Intoleranz' also dazu, Dinge anzupreisen."