Manchmal schlägt die Politik Purzelbäume und gebiert die seltsamsten Allianzen – und sei es mithilfe der Schachspieler.

Die vorletzte Schnell- und Blitzschach-Weltmeisterschaft fand in Saudi-Arabien statt, nachdem dessen oberster Religionshüter kurz vorher noch eine Fatwa gegen dieses von Gott ablenkende Spiel ausgesprochen hatte. Nichts wirklich Neues – Benedeiung und Verdammung des Schachs ziehen sich durch die Geschichte des Islams und des Christentums. Allerdings konnten in Riad weder Spielerinnen und Spieler aus Israel noch aus dem Iran teilnehmen. Auch die WM 2018 hätte wieder in Riad mit den gleichen Visa-Einschränkungen stattfinden sollen. Doch wurde zwischenzeitlich der Russe Arkadi Dworkowitsch, ein Vertrauter von Präsident Putin, neuer Präsident des Weltschachbunds. Und siehe da – in einer Hauruckaktion wurde die WM im letzten Augenblick nach St. Petersburg verlegt, wo jeder teilnehmen und sich nach seiner Fasson kleiden durfte. Kurioserweise trug die WM auch dort den Namen von König Salman, was wiederum dem – allerdings auf eine Million Dollar halbierten – Preisfonds zugutekam. Gelungene Diplomatie!

Köstliche Pointe: Einen schönen Batzen dieses saudi-gefütterten Fonds trug die Iranerin Sarasadat Khademalsharieh nach Hause, nachdem sie sowohl beim Schnell- als auch beim Blitzschach jeweils Zweite wurde.

Mit welchem Paukenschlag eroberte sie als Weiße die Dame der Russin Leya Garifullina?

Lösung aus Nr. 13:

Wie konnte Schwarz, scheinbar mit dem Rücken zur Wand, in nur zwei Zügen das Brett vollständig wenden?

Nach 1...Te1+! 2.Kh2 Tc1! konnte Weiß plötzlich seinen nun gefesselten Turm nicht mehr retten und verlor schnell