Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Die Devise einer Zeit, die nach immer neuen Spannungsmomenten sucht, lautet: No risk no fun. Paragleiten, Bungee-Jumping oder schnelle Autos, das kennt man. Wer aber so richtig aufs Ganze gehen will, sollte sich in die Obhut gewisser Spitäler begeben. Zunächst ist es ratsam, sich zu erkundigen, welcher Eingriff wo eher selten durchgeführt wird. Das ist nicht ganz einfach, zumal in unsrem Gesundheitssystem das Kryptische zur Autoritätsbildung gehört. In anderen Ländern wie Deutschland kann man sich darüber leicht informieren. Das aber ist feig, es geht ja schließlich um den Spannungsmoment. Ein heißer Tipp sind in dieser Hinsicht spezielle Herzoperationen. Da gilt in Graz offenbar das alte Motto "Jugend forscht". Manchmal passieren natürlich Kleinigkeiten, etwa dass ein Patient vom Operationstisch fällt. Plötzlich versteht man, warum Patienten einfach zu "Fällen" werden. Oder die Chirurgen versuchen, beschädigte Organe dennoch zu verpflanzen. Und sollte dabei – oh Wunder – nicht alles nach Wunsch klappen, darf nicht von einem Kunstfehler gesprochen werden. Fehler vielleicht, Kunst ist da aber sicherlich nicht im Spiel. Diese Mangelärzte sind fast gefährlicher als der Ärztemangel. Den Angehörigen wird dann ein kleines Schweigegeld angeboten, und damit ist auch dieser Fall erledigt. Auch der Begriff Risikopatient erfährt so eine neue, schöne Bedeutung. Wer also Lust auf ein kleines Abenteuer hat und sich dabei nicht in kalte Regionen begeben will, um etwa Lawinen herauszufordern, ist hier genau richtig. Die Spitäler sind beheizt, der Speiseplan ist oft eine zusätzliche Prüfung für den Stoffwechsel, und der Ausgang ist durchaus ungewiss: Only the strong survive. Also auf ins Spital!