Sie war die älteste der drei schönen Töchter eines schneidigen Berufsoffiziers. Schon früh übernahm sie Verantwortung, nicht nur für die vergnügungssüchtigen Schwestern, auch half sie dem Vater aus prekären Situationen, bat für seine Spielschulden um Aufschub oder zahlte eine Mätresse aus. Nach dem Schulbesuch und dem Pensionat für höhere Töchter wurde sie mit 17 Jahren Lehrerin. Doch kaum hatte sie genug Geld gespart, schrieb sie sich an der Universität ein, die in dem Jahr zum ersten Mal Frauen zuließ.

Sie wurde die erste Studentin des dominierenden Intellektuellen in der "Hauptstadt des Geistes", deren gesellschaftliches Zentrum er mit seiner Frau war. Die war ihr großes Vorbild, bei ihr begegnete sie führende Feministinnen. Als eine der ersten vier Frauen promovierte sie und wurde Fabrikinspektorin, beauftragt mit dem Schutz von Arbeiterinnen.

Doch dann heiratete sie einen Kommilitonen aus reichem Haus, wurde Mutter und Gastgeberin berühmter Künstler und Wissenschaftler. Sie folgte ihrem Mann in die Stadt der Boheme, begann eine leidenschaftliche Affäre mit einem Vertreter der erotischen Emanzipation. Sie bekam ein Kind von ihm – im selben Jahr wie seine Frau und eine weitere Geliebte. Doch ihre wahre Liebe war wohl ihr Lehrer, mit dem sie zeitweise ein Verhältnis hatte. Sie ging auf in der Rolle der Muse und Mitarbeiterin großer Männer, auch seines Bruders, mit ihm lebte sie nach dem Tod ihres Mannes zusammen.

Das komplexe Liebesgeflecht war für sie die "Konstellation, in der auch mein Stern steht". Wer war’s?

Lösung aus Nr. 14:

Peter Rühmkorf (1929–2008) gilt als einer der wichtigsten deutschen Dichter. Mit Werner Riegel gab er bis zu dessen Tod 1956 die Zeitschrift "Zwischen den Kriegen" heraus. Er liebte Jazz und Lyrik, stand mit den Musikern Michael Naura und Wolfgang Schlüter auf der Bühne. Mit Eva Rühmkorf, der Psychologin und SPD-Politikerin, lebte er in Hamburg