Sie erhole sich am besten in ihrem Blumengarten in der Uckermark, hat Angela Merkel einmal erklärt. Am zweitbesten erholte sie sich bis zur vorigen Woche unter dem Blumengarten von Emil Nolde, den sie sich für das Kanzleramt gewünscht hatte. Doch nun wurden in diesem mentalen Naherholungsgebiet gefährliche Tretminen entdeckt. Von diesem Freitag an zeigt eine Ausstellung nur wenige Hundert Meter vom Kanzleramt entfernt, im Museum Hamburger Bahnhof, dass Nolde noch weit enger in den Nationalsozialismus verstrickt war als bislang bekannt. Dieses Wissen gilt offenbar als derart toxisch, dass Merkel Noldes Blumenbild abgehängt hat – und das große Wellenbild Brecher von Nolde ebenfalls.