Das war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging, als ich Ende März Nordkorea bereiste: diese Leere. Zwar sah ich Menschen auf dem modern anmutenden Flughafen der nordkoreanischen Hauptstadt oder in der Innenstadt Pjöngjangs. Und doch schienen die moderne Skyline der Stadt und die Anzahl der Menschen in einem unpassenden Verhältnis zueinander zu stehen. Es gibt durchaus Kaufhäuser, kleine halbprivate Shops, Autos, Kinos, Theater und Wissenschaftszentren in Nordkoreas Hauptstadt. Doch selbst Hannover fühlt sich gegen Pjöngjang wie eine brodelnde Metropole an. Die rund drei Millionen hier lebenden Menschen scheinen entweder bei der Arbeit zu sein oder zu Hause. Oder bei einem der auch mitten in der Woche gut besuchten Konzerte des Philharmonischen Orchesters oder vielleicht im wirklich atemberaubenden Nationalzirkus. Auf der Straße jedenfalls sind wenige zu sehen.