Das iPhone kam 2007 auf den Markt, heute hat ein Drittel der Menschheit ein Smartphone. Verstärken die Handys die Erderwärmung? Der Fragesteller sorgt sich vor allem um die Wärme, die direkt von den Geräten ausgeht. Aber die Abwärme unserer Zivilisation – vom Auto bis zum Staubsauger – trägt nur drei Prozent zur vom Menschen verursachten Klimaerwärmung bei, allenfalls lokal hat sie messbare Auswirkungen.

Unsere Handykommunikation erwärmt das Klima trotzdem, denn sie verursacht Treibhausgasemissionen. Wie groß dieser Effekt ist, haben Forscher der kanadischen McMaster University im vergangenen Jahr untersucht, ihre Analyse ist im Journal of Cleaner Production zu lesen. Demnach macht die gesamte Informations- und Kommunikationsbranche – also alle Computer, Mobilfunkgeräte, Netzwerke und Datencenter – heute ungefähr zwei Prozent des globalen CO₂-Fußabdrucks aus. Daran haben Smartphones selbst nur einen geringen Anteil von etwa einem Zehntel. Der größte Teil davon wiederum wird bei der Produktion erzeugt, im Betrieb sind Handys sehr sparsam. Ein Jahr Telefonieren verursacht etwa so viel Treibhausgase wie eine Stunde Autofahren.

Aber wir können eben nur mobil telefonieren und im Internet surfen, weil im Hintergrund Netzwerke und Datencenter arbeiten. Die Forscher fordern deshalb, dass Datencenter ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollten. Bei Google und Facebook ist das heute bereits der Fall.

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