Julian Assange hat diesen Tag kommen sehen, und er hat ihn gefürchtet wie keinen zweiten. Er habe Angst davor, irgendwann in einem orangefarbenen Overall zu enden wie die Gefangenen in Guantánamo, erzählte er mit brüchiger Stimme bei einem Abendessen vor ein paar Jahren in London, damals, als er kurz davor stand, in die ecuadorianische Botschaft zu fliehen.
Assange, jetzt 47 Jahre alt, ist normalerweise kein Mann, der Ängste zeigt. Wo andere aus- und zurückweichen, tritt er in der Pose des Freiheitskämpfers auf, mit geballter Faust, umweht vom Flair des großen Dramas. Aber zu den USA hatte er von jeher ein besonderes Verhältnis. Amerika ist sein größter Gegner und seine größte Obsession.