Schach erlernte er mit sechs, als sein Vater mit dem Onkel spielte und er sich die Gangart der Figuren merkte. Doch der Vater fiel im Krieg, die Mutter musste ihn und seinen Bruder mit wenig Geld alleine großziehen, bei Stromsperren im Nachkriegsberlin studierte er das Lehrbuch von Tarrasch im Kerzenschein. Solch eine Kindheit prägt; sie lehrt Verzicht, aber auch Beharrungsvermögen.

Jetzt ist Klaus Darga 85 geworden und kann auf ein erfolgreiches Leben als Computerfachmann, aber eben auch als Schachgroßmeister zurückblicken, der über viele Jahre mit Unzicker, Schmid, Hecht, Hübner und mir die Achse der deutschen Mannschaft bildete und wegen seines ausgleichenden Naturells der "prädestinierte" Kapitän war. Einer Mannschaft aus reinen Amateuren, die sich im Reigen der großen (Profi-)Nationen bestens behaupten konnte – heute schier unvorstellbar.

Besonders gern nahm Klaus an den Claire-Benedict-Turnieren teil, bei denen jeweils sechs westeuropäische Länder aufeinandertrafen: "Am liebsten hätte ich jede Woche so ein Turnier gespielt."

Und dabei vermutlich jede Woche so einen Entscheidungszug wie 1963 in Luzern gegen den Österreicher Andreas Dückstein (der mit 91 noch aktiv spielt!) gefunden.

Dückstein glaubte, wegen des Springerangriffs auf die weiße Dame den Läufer d5 zu erobern, doch Darga hatte noch weiter voraus berechnet.

Nach welchem verblüffenden weißen Zug gab Schwarz auf?

Lösung aus Nr. 16:

Mit welcher Opferkombination erzwang Schwarz matt?

Nach 1...Lh3! 2.Kxh3 (sonst 2...Dg2 matt) trieb 2...Dh1+ den König aus seiner Höhle: 3.Kg4, wonach 3...h5+! 4.Kg5 (4.Kxh5 Df3+ 5.g4 Tf5+ 6.Kg6 Dxg4 matt) Dh3! undeckbar matt auf g4 oder f5 drohte