Darf man unbeschwert feiern, wenn man an einem 20. April geboren wurde? Das Datum, welcher Deutsche wüsste das nicht, ist historisch vorbelastet. Man raunt es sich nur zu, Unheilvolles ist mit ihm verbunden: Am 20. April 1964 lief im italienischen Alba das erste Glas Nutella vom Band. Und in Nutella steckt, wie mir unlängst eine Zwölfjährige erklären musste, jede Menge Palmöl – und Palmöl sei ja wohl der Regenwaldkiller Nummer eins. Seitdem ist der 20. April nicht mehr das, was er ohnehin nie war.

Denn der 20. April ist kein schönes Datum. Die Unheilskette reicht vom 20. April 1633, als schwedische Truppen im Dreißigjährigen Krieg in Landsberg am Lech ein Massaker unter den Einheimischen anrichteten, bis zum 20. April 2010 – da explodierte im Golf von Mexiko die Ölplattform Deepwater Horizon, das austretende Öl verursachte die größte Umweltkatastrophe dieser Art in der Geschichte. Dazwischen wird am 20. April 1889 in Braunau ein Kind geboren, über das Charlie Chaplin Jahre später eine Komödie drehen wird, leider werden zu wenige Deutsche lachen.

Gibt es denn nichts Gutes an diesem vermaledeiten Datum? Doch! Denn man kann es auch so sehen: Am 20. April wurden Jessica Lange (US-Schauspielerin), Carmen Electra (US-Model), Miranda Kerr (australisches Model) und Marietta Slomka (ZDF-Moderatorin) geboren. Von nun an sollte man den 20. April nicht mehr als den Nutella-Tag betrachten. Sondern als den Geburtstag der schönen Frauen.