Mit großem Interesse haben wir die Titelgeschichte Der große Unterschied über die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsplatz (ZEIT Nr. 13/19) gelesen. Als Herzchirurginnen und angehende Herzchirurginnen finden wir besonders den Abschnitt über Frauen in der Herzchirurgie sehr ernüchternd. 60 Prozent der Medizinstudenten sind Frauen, aber nicht einmal jeder dritte Oberarzt in einer deutschen Universitätsklinik ist weiblich. Auf zehn Männer in leitenden Positionen kommt nur eine Frau. Die Frage ist, ob sich die Gesellschaft diesen Zustand länger leisten kann. Wie soll angesichts des demografischen Wandels die medizinische Versorgung in Zukunft sichergestellt werden? Männer allein können das nicht bewältigen. Die Medizin muss weiblicher werden.