Manchmal kann man sich auch von schlechten Texten zum Nachdenken bringen lassen. Die jüngste Veröffentlichung von Joseph Ratzinger, dem ehemaligen Papst Benedikt XIV., ist offenkundig ein sehr schlechter Text. Allein die Tatsache, dass er ihn geschrieben und veröffentlicht hat, stellt ein Problem dar. Wenn man als Papst schon auf die neumodische Idee verfällt, in den Ruhestand zu gehen wie ein beliebiger Pastor, sollte man die Grundregel kollegialen Anstands beherzigen, dass man sich als Emeritus nicht öffentlich in die Amtsgeschäfte des Nachfolgers einmischt oder gar gegen diesen agiert. Wenn einem die dazu nötige Selbstdisziplin abhandenkommt, sollte man sich rechtzeitig Berater besorgt haben, die einen vor einem solchen publizistischen Schritt in die Öffentlichkeit bewahren.