Bald 75 Jahre sind seit dem Ende des Nationalsozialismus vergangen. Nur wenige Menschen, die den NS-Staat erlebt haben, sind noch auf der Welt. Man könnte annehmen, die Zeit rücke damit auch im öffentlichen Bewusstsein endgültig in die Vergangenheit. Die aktuellen Debatten in Hamburg zeigen aber: Das Gegenteil ist der Fall. Veranstaltungen zum Thema sind häufig exzellent besucht, in die KZ-Gedenkstätte Neuengamme kamen im vergangenen Jahr 133.000 Menschen, 2008 waren es nur 62.000, und gerade jetzt wird heftig die Frage diskutiert: Wie soll die Stadt an ihre Nazi-Vergangenheit erinnern? Besonders an zwei Orten entzündet sich der Streit: am Stadthaus und am Staatsarchiv.