Ob Reinhard Kardinal Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, in diesen Tagen oft an Gerhard Schröder denkt? Tatsächlich verbindet den Ex-Kanzler und den Kardinal so manches: Beide gelten als geborene Machtmenschen und barocke Lebemänner, als wendige Aufsteiger, passionierte Zigarrenraucher und medienaffine Managertypen. Auch sind beide ideologisch nicht leicht ausrechenbar. Ob sie links sind oder konservativ, weiß keiner genau, sie selbst wohl eingeschlossen. Um in Amt und Würden zu kommen, bewiesen beide Härte im Umgang mit Weggefährten. Der eine, Schröder, sägte erfolgreich Rudolf Scharping ab. Der andere, Marx, half, seine Mitbrüder Walter Mixa und Franz-Peter Tebartz-van Elst aus dem Bischofsamt zu entfernen, als der öffentliche Druck es notwendig machte.