Er starb jung – so jung, dass es nicht einmal zu einer Mitgliedschaft im berühmten "Club 27" gereicht hat. Ein paar Monate fehlen ihm zu dieser Ehre; dabei hätte er doch alle Bedingungen erfüllt, um neben Jimi Hendrix oder Amy Winehouse ein ebenbürtiges Mitglied zu sein.

Hoch talentiert schrieb er wunderschöne Melodien und melancholische Texte, die ein halbes Jahrhundert später nichts von ihrem Zauber eingebüßt haben. Doch die Anerkennung kam zu spät. Zu Lebzeiten galt er als Geheimtipp, was auch daran lag, dass er menschenscheu und depressiv war. Live-Auftritte vor Publikum machten dem schlaksigen Studenten Angst; nach ein paar missglückten Versuchen betrat er nie mehr eine Bühne, flüchtete lieber mit seiner Gitarre in die Einsamkeit, in die Musik. Wenn die Finsternis sich auf seine Seele legte, verkroch er sich für Wochen in seine Wohnung oder in das Haus der Eltern. Ein Zuviel an Medikamenten brachte dort den Tod; ob es Suizid war oder ein Versehen, ließ sich nie mehr klären.

Sein schmales Werk aber hat ihn überdauert, die Alben – das letzte spielte er komplett in nur zwei Tagen ein – gelten als Klassiker, als "Musik für die Ewigkeit". Mancher Regisseur entdeckte den einen oder anderen Titel später als Filmmusik – und erst kürzlich, als ein rares Schauspiel am Nachthimmel zu sehen war, hörte man einen seiner Songs wieder im Radio, teils im Original, teils als Coverversion anderer Interpreten. Auch ihnen ist es zu verdanken, dass der traurige Musikpoet mit der Samtstimme im Ohr bleibt. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 17:

Karl Eugen von Württemberg (1728–1793) wurde 1744 mündig gesprochen. In den Jahren maßloser Verschwendung entstanden das Neue Schloss in Stuttgart, die Schlösser Solitude, Grafeneck, Monrepos und Hohenheim. Seine Geliebte Franziska von Hohenheim beeinflusste seine Wandlung zum besorgten "Landesvater" und Gründer der "Hohen Karlsschule"