"Das ist ein trauriger Tag fürs Schach", meinte Lewon Aronjan. Fast jeder war geschockt, als Wladimir Kramnik mit erst 43 seinen Rücktritt vom Wettkampfschach verkündete. Allseits geschätzt nicht nur wegen seiner Schachkunst, sondern auch wegen seines freundlich-humorvollen Wesens. Besonders nahe ging es seinem großen Rivalen Viswanathan Anand, der ihn beim WM-Kampf 2008 in Bonn besiegen konnte und sich mit immerhin 49 nach wie vor in der Weltspitze behauptet: "Wladi, ein Freund, Rivale und Vertrauter. Seine Rivalität war eine ständige Inspiration für mich. Ich werde seinen trockenen Humor vermissen, für mich wird er immer der große Wladi bleiben."

Doch Kramnik, dem 1,95 Meter großen Schlaks, der 2000 in London den scheinbar unbezwingbaren Garri Kasparow entthronte und seinen Titel zwei Mal verteidigte, der das Sparkassen Chess Meeting in Dortmund, dieses Weltklasseturnier in seinem "Wohnzimmer", unglaubliche zehn Mal gewann, ihm war die Motivation abhandengekommen.

Ich durfte Wladimir über viele Jahre bei WM-Kämpfen und Turnieren, aber auch bei seinem Match gegen das Schachprogramm Fritz als Kommentator begleiten. Und beim WM-Kampf 2004 gegen den Ungarn Péter Lékó sogar als Arzt, als er ziemlich krank war. Die letzte Partie musste er unbedingt gewinnen, um den Titel zu behalten. Buchstäblich mit letzter Kraft gelang ihm eine große schöpferische Leistung. Wie konnte er als Weißer in drei Zügen matt setzen?

Lösung aus Nr. 17:

Mit welch herrlichem Zug konnte Weiß das Dilemma um die bedrohte Dame und Läufer d5 siegreich auflösen?

Nach 1.Dg6!! gab Schwarz schon auf: 1...hxg6 2.Th1 ergäbe matt, auf 1...Txd5 entschiede 2.Th1 Kg8 3.Txh7 Sxe2 4.Teh1 mit undeckbarem Matt auf h8