Clemens Setz weiß, was von ihm erwartet wird. Der 36-jährige Schriftsteller stapft durch die Himmelstraße am Stadtrand von Wien, erzählt vom Grinzinger Friedhof, vom Grab Thomas Bernhards, davon, dass hier irgendwo einmal Elias Canetti gewohnt habe – es will ihm nur partout nicht einfallen, wo genau –, dass er seit 18 Stunden nichts gegessen habe und sein Körper sich derzeit in Ketose befindet, einem Stoffwechselzustand, in dem Fette in sogenannte Ketone umgewandelt werden. "Für mich hat das etwas sehr Heilsames", sagt Setz, als sei es das Normalste auf der Welt.