Seit meiner Studentenzeit weiß ich, dass man nicht mehr Chinesisch können muss als Liang píng píjiu (zwei Flaschen Bier) und Liang bēi píjiu (zwei Glas Bier), um in drei Monaten unfallfrei von Hongkong nach Peking zu reisen. Als Rudimentär-Sinologe rätselte ich neulich, welche Weisheit des Konfuzius sich wohl hinter den chinesischen Schriftzeichen verbirgt, mit denen die FDP ihren Parteitag großflächig tapeziert hatte: Gib einem Hungernden keinen Fisch – schenke ihm eine Angel hätte gut zur Geisteshaltung der Liberalen gepasst – und Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen zu ihrem Selbstverständnis als Front gegen den grünen Zeitgeist. Die Lösung war banal: "Wirtschaftspolitik". Der sittliche Mensch liebt seine Seele, der gewöhnliche sein Eigentum wäre zwar poetischer gewesen, aber wenig FDP-haft. Und für die poetische Kompetenz der Liberalen gilt ohnehin, was die Chinesen immer wussten: Es gibt Menschen, die Fische fangen. Und solche, die nur das Wasser trüben.

Chinesische Weisheiten passten auch zu den drei Hauptakteuren: Geschickte Reden und ein zurechtgemachtes Äußeres sind selten Zeichen von Mitmenschlichkeit zu Christian Lindner (Chef). Wer sanft auftritt, kommt weit zu Linda Teuteberg (Generalin). Drei Dinge kann man nicht ändern: das gesagte Wort, den abgeschossenen Pfeil, die verpasste Gelegenheit zu Nicola Beer (EU-Spitzenkandidatin). Wie sagte Konfuzius doch so treffend über die FDP: Der Wunsch, klug zu erscheinen, verhindert oft, es zu werden .