Hat man früher besser zugehört? Oder war man mit politischen Unterstellungen weniger schnell bei der Hand? Etwas Befremdliches vollzieht sich derzeit in Deutschland; und nicht nur dort. Argumente verlieren in der öffentlichen Debatte jedes Gewicht und wandeln sich zu bloßen Erkennungszeichen, nach denen man die Sprecher einem linken oder rechten Lager zuweist, ganz unabhängig davon, ob dies ihrem Selbstverständnis entspricht oder der logischen Konsequenz der Argumente. Irgendetwas gegen Gendersternchen vorgebracht? Das muss ein Rechter sein. Irgendetwas zugunsten von Flüchtlingen gesagt? Das muss ein Linker sein. Windkraft oder Elektromobilität angezweifelt? Rechts. Multikulturalismus gelobt? Links.