Der Frühling ist da, und wer in diesem Jahr noch nicht verreist ist, der träumt vielleicht schon vom Sommerurlaub. Ein Städtetrip zwischendurch könnte helfen, die Wartezeit zu überbrücken. Vielleicht nach Paris, der Liebe wegen?

Besser nicht. Denn es wird eng, und viele Städte wollen Besucher gar nicht haben. Venedig und Barcelona leiden bekanntermaßen unter zu vielen Touristen. In Dubrovnik trampeln nach jeder Folge Game of Thrones ganze Fanhorden durch die Altstadt, die für die Serie als Kulisse herhalten musste. Angesichts der aktuellen letzten Staffel stellt man sich an den Souvenirläden auf epische Schlachten um die letzten Andenken ein. Amsterdam, Istanbul und Florenz sind vom overtourism ebenfalls betroffen, allerdings aus anderen Gründen.

Reisende sollten sich daher auf Neuerungen einstellen, die sie schon aus Freizeitparks kennen: So erwägt Venedig, von Tagestouristen Eintritt zu nehmen. Zielgruppe sind jene, die zu Tausenden mit Kreuzfahrtschiffen einfallen, durch die Stadt drängen und abends wieder zum All-inclusive-Menü an Bord einchecken. Beim Kapitänsdinner oder später an der Bar dürfen sie auf Zetteln ankreuzen, was ihnen alles missfallen hat. Bei einer allgemeinen Umfrage der Beratungsfirma IPK unter verschiedensten Urlaubern kam nun heraus, "dass sich mittlerweile mehr als jeder zehnte Reisende weltweit durch overtourism in seinem Urlaubserlebnis beeinträchtigt fühlt".

Surprise, surprise! Erst will man unbedingt dorthin, wohin alle anderen auch wollen, nur um am Ziel feststellen zu müssen, dass alle anderen wirklich da sind. Wer sich darüber aufregt, ist nicht nur frech, sondern auch dumm. Aber das war ja auch schon so, als man nicht mit dem Massenschiff, sondern mit dem Auto in den Urlaub gefahren ist und am Brenner im Stau stand. Schuld an der Misere waren stets allein die anderen.