Lea sagt, sie kennt es nicht anders. Sie könnte sich zwar wünschen, dass es, also sie, also alles, anders wäre. "Aber erstens bin ich nicht so der Wünschen-Typ", sagt sie. "Und zweitens weiß ich, dass Wünschen nichts hilft." Und weil das so ist und Leas Leben kein bescheuerter Film, sondern einfach nur ihr Leben, liegt sie an diesem Tag im September auf der Rückbank des Autos ihrer Eltern, ihren Kopf auf ein Kissen gebettet, die Beine ausgestreckt, jedenfalls so gut sie das noch kann, zerbrechlich und zart. Eine anderthalbstündige Fahrt hat sie vor sich. Sie ist erschöpft, sie ist oft sehr schnell erschöpft, die Beatmungsmaschine pumpt Luft in ihre Lunge. Ihre Augen sind geschlossen.