Semir "Sam" Osmanagić’ rechte Hand deutet in Richtung Dunst. Breitbeinig steht er da, Brust raus, den Hut in den Nacken gekippt – die Positur eines Entdeckers. Neun Männer und Frauen umringen ihn. Gerade sind sie aus zwei Minibussen geklettert und hinauf zum Aussichtspunkt geeilt, einem Hügel irgendwo zwischen Sarajevo und Visoko. Jetzt folgt ihr Blick dem Arm des Guides. Sie wollen es endlich sehen, das Wunder, für das sie angereist sind. Am Horizont schält es sich aus dem Dunst: die Spitze des Berges Visočica, grünbraun bewaldet. "Da ist sie", sagt Osmanagić, "die Sonnenpyramide! Sie ist die schönste der fünf Pyramiden hier und die größte und älteste der Welt."