Es gilt als ein düsteres Kapitel der Medizin: Ärzte korrigieren Kindern per Operation die Geschlechtsorgane, weil diese nicht in eine Norm passen. Die Bundesregierung möchte die Praxis, die Menschenrechtsaktivisten mit der Klitorisbeschneidung bei Mädchen in Afrika vergleichen, deshalb verbieten. So steht es im Koalitionsvertrag: "Geschlechtsangleichende medizinische Eingriffe an Kindern" sollen danach nur noch "in unaufschiebbaren Fällen und zur Abwendung von Lebensgefahr" zulässig sein. Da dürfte wohl niemand dagegen sein, das sollte einfach umzusetzen sein, denkt man – und irrt.