"Ich mache mir keine Sorgen, dass sich Kevin Kühnert mit seinen Forderungen durchsetzt. Was ich aber auch nicht gut finde am System gerade: Der Börsen-Kapitalismus orientiert sich ausschließlich an Kurssteigerungen und an denen, die spekulieren. Die damit einhergehende Vergütung für Manager ist oft nicht akzeptabel. Das sind ja auch keine Unternehmer, das sind Angestellte, die sich teilweise selbst oder gegenseitig kontrollieren. Dass zum Beispiel ein Axel Weber, den ich übrigens sehr schätze, als Verwaltungsratspräsident der Schweizer Bank UBS – nicht als ihr Vorstandschef – fünf Millionen Euro bekommt, das ist Mitarbeitern nicht zu vermitteln und führt zu einer Infragestellung unseres ganzen Systems. Eine gesetzliche Lösung würde da nicht helfen, das hat auch bei den Banken nicht funktioniert. Ich würde mir wünschen, dass die Industrie selbst Richtwerte festlegt, wie viel ein Chef im Vergleich zum Durchschnitt in einem Unternehmen bekommen sollte. Ich würde sagen: Wenn heute jemand in einem kleineren Unternehmen zwei Millionen Euro im Jahr bekommt und in einem größeren fünf Millionen Euro, dann ist das okay. Alles zwischen fünf und zehn Millionen müsste schon gut begründet werden. Darüber würde ich eine Grenze ziehen. Wenn ein Manager dann sagt: 'Ich habe aber den Börsenwert erhöht', dann kann man sagen: Hast du ganz gut gemacht."