Guido Kerkhoff hatte einen Plan. Der neue Vorstandschef des Industriekonzerns Thyssenkrupp wollte das Unternehmen spalten: in einen Teil für Technologie und einen für Werkstoffe. Die eine Aktiengesellschaft sollte dabei teils an der anderen beteiligt bleiben, so verkündete es Kerkhoff im September vergangenen Jahres. Vorausgegangen war dem ein heftiger Streit zwischen der Firmenführung und den Anteilseignern, an deren Ende die alten Vorstands- und Aufsichtsratschefs gehen mussten. Die Manager hatten vor der Zerschlagung des Konzerns gewarnt, die einzelne Anteilseigner vorantrieben. Kerkhoffs Zweiteilung des Konzerns war ein Kompromiss zwischen den Wünschen vieler Mitarbeiter nach Einheit und dem der Aktionäre nach Zerschlagung.