Am Anfang meines Berufslebens bekam ich das Angebot, Assistent in der Geschäftsführung einer gemeinnützigen Einrichtung zu werden. Die Vorstellung, viel zu bewegen und Ideen einzubringen, war verlockend. Rasch aber erwies sich der vermeintlich freundliche Chef als cholerisch und manipulativ. Einzelne Mitarbeiter wurden umschmeichelt, andere vor versammelter Mannschaft herabgesetzt und lächerlich gemacht. Ich konnte nicht anders, als mich zu schämen. Für ihn – und für mich: Denn trotz meiner Empörung schwieg ich. Auch die anderen Kollegen schauten weg. Niemand zeigte sich solidarisch mit den Angegriffenen, Beschimpften. Keiner wagte zu protestieren. Nach drei Wochen ergriff ich die Flucht.