Vier Jahre war er Geisel einer Großmacht, die seinen Vater als Herrscher eines Fürstentums eingesetzt hatte. Nach dessen Tod rebellierte er gegen den Nachfolger, konnte sich allerdings nur einen Monat an der Macht halten, dann brachte er sich bei einem Onkel in Sicherheit. Acht Jahre später verhalf ihm eine Koalition gegen die Großmacht wieder auf den Thron.

Über seine sechs Regierungsjahre lässt sich kaum Gutes berichten. Zwar sorgte er im verwilderten Land angeblich für Recht und Ordnung, verfolgte aber skrupellos seine Feinde. Von krankhafter Grausamkeit, obwohl tiefreligiös, ließ er auf barbarische Weise 300 ihm lästige Adelige töten, verwüstete Handelsstädte und brüstete sich, marodierend in einem Nachbarland, 20.000 Andersgläubige getötet zu haben. Als die Großmacht ein stattliches Heer gegen ihn aufbot, stand er ohne Verbündete da, griff zur Taktik der verbrannten Erde und erschöpfte den Feind durch Scharmützel. Schließlich trieb ihn ein Adelsaufstand zu seinem königlichen Nachbarn, der ließ ihn allerdings für 14 Jahre festsetzen. Durch einen Konfessionswechsel und eine taktische Heirat ins Königshaus sicherte er sich die Rückkehr in sein Herzogtum und vertrieb seinen Nachfolger. Doch wenige Monate später wurde er erschlagen, sein Kopf soll, in Honig eingelegt, seinen Erzfeinden übersandt worden sein.

Sein Beiname, ererbt von seinem Vater, wurde Jahrhunderte später zum Namen einer literarischen Figur, die mit ihm und seinen Taten allenfalls allegorisch zu tun hat. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 20:

Marietta Slomka, geb. 1969, moderiert seit 2001 im wöchentlichen Wechsel mit Claus Kleber das "heute-journal". Für aufmerksam kritische Interviews kursiert in der Medienbranche mittlerweile ein nach ihr benannter Begriff: Die Gesprächspartner würden "geslomkat", sagt man. Frau Slomka unterstützt seit vielen Jahren als Patin das Kinderhospiz Bethel