Wie die Welt im Großen ist auch die Schachwelt im Kleinen zuweilen seltsam, in der schon einmal schier Unvereinbares zusammenkommt. So findet seit einigen Jahren auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt die Käse-Schachweltmeisterschaft statt, bei der Emilio Oswald, der Betreiber der Käsehütte, die Runden jeweils mit einer Kuhglocke einläutet und bei der dem Turniersieger als 1. Preis ein Schweizer Raclettekäse im Wert von 150 Euro winkt – natürlich gehen auch die Nächsten nicht käselos nach Hause. Zudem gibt es freie Bewirtung – nicht nur Käse! – für alle Teilnehmer. Doch diese wird nur denen zuteil, die eine Ode aus dem 18. Jahrhundert mit einer Huldigung der Schachgöttin Caïssa, herausgegeben und (mit)übertragen von ebenjenem Emilio, vorweisen können – wahrlich ein ungewöhnlicher Verzehrgutschein! "Kein Sterblicher ersann das mysteriöse Spiel, von Göttern erdacht und von Göttern geschenkt", heißt es da, und just mit diesem Spiel versucht der Kriegsgott Mars Caïssa zu becircen. Käse, Schach und Poesie – aufs Lieblichste vereint! Weihnachten 2018 wurde der Fide-Meister Uwe Kersten einmal mehr "Käse-Schachweltmeister".

Doch die heutige Kombination gelang ihm schon am 2. Januar 2017 beim Staufer-Open, wohl noch beflügelt von der weihnachtlichen Käse-Schachweltmeisterschaft kurz zuvor.

Mit welcher Finte konnte er als Weißer gegen den ukrainischen Großmeister Serhij Fedortschuk eine Figur gewinnen?

Lösung aus Nr. 20:

Welche Finesse bescherte Weiß entscheidenden Vorteil?

Der "Spieß" 1.Ld6! eroberte nach 1...Dd7 2.Lxe7 Dxe7 3.Txd5 die Qualität (Turm gegen Leichtfigur). 1...cxd6 2.cxd6 mit Doppelangriff auf Dame und Turm wäre noch hoffnungsloser gewesen