Wenn Sie online einkaufen, sind Sie vielleicht schon auf Angebote wie dieses gestoßen: "Produkttester gesucht!" Plattformen vermitteln Gratisprodukte im großen Stil an Tester. Unternehmen bieten Interessenten an, Produkte erst kostenlos zu testen, bevor sie sich zum Kauf oder dagegen entscheiden. Das klingt alles viel zu schön, um wahr zu sein. Und das ist es leider auch.

Die eine Variante ist eher harmlos. "Testen Sie uns, bei Nichtgefallen Geld zurück!" mag positiv beeindrucken, entspricht aber nur dem geltenden Widerrufsrecht. Online bestellte Ware können Sie ohnehin binnen 14 Tagen zurückgeben. Das hat nichts mit einem Test zu tun. Oder gar damit, dass ein Unternehmen wissen will, was Sie über ein Produkt denken. Denn, vertrauen Sie mir: Niemand interessiert sich für Ihre Meinung! Aber alle interessieren sich für Ihr Geld. Beziehungsweise für das Geld Ihrer Verwandten und Freunde.

Das wird in der anderen Variante deutlich. Bei dieser soll man sich auf speziellen Portalen als Produkttester bewerben. So ein Auswahlverfahren ist weniger streng als beispielsweise eines an der Harvard University, woraus Sie Ihre Schlüsse ziehen können. Die Produkttester bekommen Nahrungsergänzungsmittel, Konservendosen, Wandfarben, Sexspielzeug und Wasweißichnochalles zugeschickt. Anschließend sollen sie es empfehlen, denn darum geht es. Die Tester sind so etwas wie Mini-Influencer, die aber nur wenige Leute kennen, die sie beeinflussen können. Deswegen bekommen sie auch keine zyklopischen Geldbeträge, sondern werden mit Gratisproben abgespeist. Für die sie dann ihr zahlenmäßig beschränktes Publikum begeistern sollen.

Irgendwann hocken diese Leute inmitten von unnützem Zeug, haben aber Familienmitglieder und Freunde vergrault, die die ganzen Testberichte nicht mehr ertragen haben. Das ist der Preis dieser Gratisprodukte. Er ist nicht in Euro zu entrichten. Doch auch für dieses Testergebnis interessiert sich mit Sicherheit niemand.