Dieser Artikel stammt aus der ZEIT-Doctor-Beilage: Welche Ernährung Krebspatienten stärkt und ihnen die Freude am Essen erhält.

Nein, danke

Sätze, auf die Krebspatienten mit Ernährungssorgen bestens verzichten können

"Aber früher mochtest du das doch!" Wenn jemand unter Geschmacksstörungen leidet oder Lebensmittel nicht mehr gut verträgt, weiß er selbst, was er verloren hat. Welchen Sinn könnte es haben, ihm dies vorzuhalten? Denn er kann ja nichts dafür, dass er etwas nicht mehr mag.

"Du solltest davon weniger essen."  Genauso wie Patienten lesen auch deren Freunde und Angehörige Sachtexte und stoßen auf Tipps, was Krebskranke angeblich essen oder keinesfalls essen sollen. Doch niemand hat Anspruch darauf, dass sein Rat angenommen wird, auch wenn er gut gemeint ist. Der Betroffene selbst ist der Experte für sein Leiden.

"Probier’s doch wenigstens mal." Manchmal reichen schon geringe Mengen einer Zutat, um Übelkeit, Schmerzen oder Durchfall auszulösen. Wenn Patienten also "Nein, ich mag nicht" sagen, wissen sie, warum.

"Wenn du nichts isst, dann esse ich auch nichts." Wer so einen Satz sagt, meint es vielleicht sogar gut, will sich solidarisch zeigen. Bloß: Symbolisches Hungern macht die Krankheit des anderen nicht besser. Und ist er neidisch auf jene, die ganz normal essen können, wird das durch einen solchen Satz auch nicht besser. Er fühlt sich nur zusätzlich noch schuldig und verantwortlich dafür, dass ein anderer leidet.

"Mittagessen ohne Fleisch? Niemals!" Wer mit jemandem zusammenlebt, der seine Ernährung umstellen muss, ist davon auch betroffen. Da hilft nur: reden und versuchen zu verstehen. Oder: auch mal außer Haus essen gehen, um richtig zuzuschlagen.