So funktioniert die Zeugung im Labor

Riskante Mehrlingsrate

In Deutschland ist die Mehrlingsrate nach einer künstlichen Befruchtung besonders hoch. Der Grund: Es werden immer noch häufig zwei oder drei Embryonen eingesetzt. International hingegen ist es meist nur ein Embryo – die Geburtenrate leidet darunter nicht.

Kindersegen

Seit 1997 wurden insgesamt

Kinder nach künstlicher Befruchtung in Deutschland geboren; zuletzt pro Jahr etwa 20.000 (drei Prozent aller Geburten). Die Kosten pro Behandlung schwanken stark. Im Schnitt muss ein Paar zwischen 800 und 2500 Euro anteilig bezahlen, ab dem dritten Versuch meist die vollständige Summe (2000 bis 5000 Euro)

Immer ältere Mütter

Paare entscheiden sich immer später für ein Kind, das Geburtsalter der Mütter steigt.

Langzeitdaten sind nur für eheliche Geburten in Westdeutschland vorhanden

Umfrage: Alter als Fruchtbarkeitskiller

Frauen wissen, dass ihre biologische Uhr tickt, sie schätzen aber den Zeitpunkt falsch ein, ab wann das Ticken lauter wird. So meinen 40 Prozent, dass es erst ab 40 Jahren schwieriger wird mit dem Kinderkriegen. (Antworten in Prozent, nach Altersgruppen)

Die Fertilität einer Frau hängt stark vom Alter ab: Schon mit 30 sinkt sie, ab 35 stärker, ab 40 fällt sie steil ab. Mit 45 Jahren sind meist so gut wie keine Eizellen mehr vorhanden

Auch die Erfolgsaussichten der künstlichen Befruchtung hängen vom Alter ab. Während eine 35-jährige Frau pro Embryotransfer eine Chance von gut 30 Prozent auf ein Kind hat, liegt diese bei einer 43-Jährigen bei etwa fünf Prozent.

(Geburtenquote pro Embryotransfer nach IVF)

Auch bei der Eizellspende streng

Unfruchtbare Frauen können mit gespendeten Eizellen noch ein Kind bekommen. Fast überall in Europa ist das Verfahren erlaubt, in Deutschland verboten.

Infografiken: Matthias Schütte; Recherche: Martin Spiewak

Quellen: "Fortpflanzungsmedizin in Deutschland", Deutsche Akademie der Naturforscher/ Union der deutschen Akademien der Wissenschaften (2019); Deutsches IVF-Register (Jahrbuch 2017); Statistisches Bundesamt; Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach 2007