Vor einiger Zeit durfte ich einigen Biologen in der Lausitz zusehen, wie sie einen kleinen Haufen Wolfskot entdeckten und ihn begeistert herumreichten wie eine Trophäe. Ich habe aber auch Schäfer getroffen, die nicht mehr schlafen können, weil sie Angst haben, morgens auf der Weide die Spuren des nächsten Gemetzels der Wölfe zu entdecken. Während meiner Recherche habe ich mit Lokalpolitikern gesprochen, die sagen, dass sie seit vielen Jahren dafür kämpften, die Wolfsbestände in ihrer Region regulieren zu dürfen, also im Zweifel auch Tiere zu erschießen – aber kaum jemand erhöre sie, vor allem nicht in Berlin. Stattdessen verurteile man sie moralisch, als wären sie gefährliche Wilderer.