Früher war das Knacken und Entfernen der Nordseekrabbenpanzer eine Heimarbeit, mit der viele Frauen von Krabbenfischern beschäftigt waren. In den Neunzigerjahren machten neue Hygienevorschriften die Arbeit unrentabel. Statt große Pulbetriebe an der Nordseeküste zu errichten, kamen die Großhändler – viele sind in den Niederlanden angesiedelt – auf eine andere Idee: Sie bringen die frisch gefangenen und abgekochten Krabben mit Lastwagen in Billigländer wie Polen und Weißrussland, vor allem aber nach Marokko. Dort wird der Fang von Billiglohnarbeiterinnen gepult und dann zurück nach Deutschland gebracht. 3.000 Kilometer hin, 3.000 Kilometer zurück, diese Reise absolvieren fast alle bei uns verkauften Nordseekrabben.