Der protestantische Eros

Wäre es nach Gerold Becker gegangen, hätten ihn Politiker und Adlige zu Grabe getragen. Ein Verlagschef wäre dabei gewesen und auch eine Chefredakteurin. Als der ehemalige Leiter der Odenwaldschule die Gästeliste für seine Beerdigung anfertigte, glaubte er sicher sein zu können, dass er am Grab umgeben sein würde von mächtigen Freunden. Schließlich war Gerold Becker nicht irgendwer. Er galt als gefeierter Star der Reformpädagogik, kannte die Menschen auf seiner Liste seit Jahren persönlich und gut.

Die Beerdigung, die Gerold Becker sich wünschte, fand so nie statt. Zu groß war der Medienwirbel um seine Person, als im Jahr 2010 bekannt wurde, dass Becker über Jahrzehnte Kinder und Jugendliche missbraucht und vergewaltigt hatte. Zu diesem Zeitpunkt war Gerold Becker bereits schwer krank. Er wusste, er würde nicht mehr lange leben.

Erste Vorwürfe gegen ihn hatte es bereits 1999 gegeben, als die Frankfurter Rundschau über sexuellen Missbrauch an der Odenwaldschule berichtete. Doch niemand interessierte sich dafür. Erst als sich im Jahr 2010 infolge des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche viele Betroffene der Odenwaldschule zu Wort meldeten, wurden die Vorwürfe gegen Becker untersucht. Mehrere hundert Opfer soll es an der Reformschule im hessischen Ober-Hambach gegeben haben. Gerold Becker, der von 1972 bis 1985 Schulleiter der Odenwaldschule war, gilt als einer der Haupttäter.

Pädokriminelle wie Becker handeln selten allein. Es braucht ein System, Mitwisser, die aus welchen Gründen auch immer wegsehen; einen gesellschaftlichen Rahmen, innerhalb dessen sexuelle Gewalt unentdeckt bleiben kann. Oder wie der Pädagogik-Professor Jens Brachmann im Vorabdruck einer im Juli erscheinenden Studie zur Odenwaldschule schreibt: "Es bedarf eines ganzen Dorfes, um ein Kind zu missbrauchen."

Auch der gute Ruf der Täter kann Missbrauch begünstigen. Je tadelloser die Reputation des Beschuldigten, desto unglaubwürdiger wirken die Opfer, wenn sie sich nach Jahren trauen, öffentlich zu sprechen. Schutz durch Glanz, lautet verkürzt die Formel, die bewirkte, dass die Taten Gerold Beckers so lange unentdeckt blieben. Beckers Gästeliste ist ein Indiz dafür, dass er sich dieses Glanzes bis kurz vor seinem Tod im Juli 2010 noch sicher war.

Auch ein früherer Geschäftsführer des Deutschen Evangelischen Kirchentags steht auf Gerold Beckers Liste. Das belegt: Auch in die evangelische Kirche war Gerold Becker gut vernetzt. Becker arbeitete in Gremien der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit, besuchte regelmäßig Kirchentage, trat als kritischer Theologe auf. Ein Netzwerk protestantischer Eliten förderte ihn, einer davon war Hartmut von Hentig.

Wie kein anderer Pädagoge prägte von Hentig die Bildungspolitik nach dem Zweiten Weltkrieg mit. Er sprach auf Podien, publizierte in Zeitungen und war gefragter Gesprächspartner, auch für die ZEIT. Und Hentig war Beckers Mentor und Lebensgefährte. Er pflegte Becker bis zu dessen Tod in einer Berliner Wohnung.

Die Reformpädagogik und die evangelische Kirche verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. War man blind für deren Schattenseiten? Hat die evangelische Kirche – unwissentlich – zum Glanz von Tätern wie Becker beigetragen? Und warum werden diese Verbindungen mit dem Wissen von heute nicht konsequent aufgearbeitet?

Wer sich in der evangelischen Kirche umhört, merkt schnell, wie heikel das Thema ist. Viele Gesprächspartner antworten nicht oder sagen ab. Wer spricht, will sich nur selten zitieren lassen. Es ist schwierig, Zeitzeugen zu finden, auch für Wissenschaftler, die diese Verbindungen zu verstehen versuchen. Der emeritierte Pädagogik-Professor Jürgen Oelkers etwa hat sich für seine 600 Seiten dicke Biografie Gerold Beckers durch Archive und Dokumente gewühlt. Sprechen, sagt er, wollte kaum jemand, der Teil des Netzwerks war.

"Die Reformpädagogik ist immer protestantisch gewesen"

Frontalunterricht gab es in der Odenwaldschule nicht. Lehrer und Schüler sollten gemeinsam leben und lernen. © Max Göllner/Ullstein Bild

Unter Protestanten heißt es häufig: Missbrauch sei vor allem ein katholisches Problem. Geistliche hätten dort zu viel Autorität und damit freie Verfügungsgewalt über Kinder. In einem liberalen Umfeld, geprägt von Respekt und Augenhöhe, ist so etwas angeblich nicht möglich.

Aber es gibt durchaus auch Missbrauchsfälle in der evangelischen Kirche, in der Gemeinde Ahrensburg bei Hamburg etwa. Ein Pastor missbrauchte mehr als 20 Jahre lang Mädchen und Jungen, darunter auch die eigenen Stiefsöhne.

Seit 1950 sind unter dem Dach der evangelischen Kirche in Deutschland rund 600 Missbrauchsfälle dokumentiert. Die wahre Zahl der Taten und Opfer dürfte erheblich höher sein. Jeder dieser Fälle zeigt, dass Täter auch in einem scheinbar liberalen Umfeld übergriffig werden können, oft dann, wenn unter dem Deckmantel der Gleichheit zu viel Nähe herrscht. Wie in der Odenwaldschule.

Diese war zwar keine Einrichtung der evangelischen Kirche, wurde aber getragen und unterstützt von einer protestantischen Elite. Von der Familie von Weizsäcker etwa, vom angesehenen Bildungsforscher Hellmut Becker, nicht verwandt mit Gerold Becker, oder eben von Hartmut von Hentig, dem Mentor und Lebensgefährten Gerold Beckers.

Einer der wenigen, die innerhalb der evangelischen Kirche über die Verbindungen zur Odenwaldschule sprechen, ist Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der EKD. Er hat die Aufarbeitung der Ahrensburger Missbrauchsfälle eng verfolgt. Aus dieser Erfahrung hat er Ende April 2019 in einem Gastbeitrag in Christ&Welt angeregt, den Aufarbeitungsprozess auszudehnen – in Ruhe und mit Bedacht. "Es ist wichtig, dass wir nicht nur auf die katholische Kirche schauen", sagt er heute. "Ein wichtiger Schutz gegen Missbrauch ist, dass man eine Kultur der Kritik etabliert. Dazu gehört auch, dass man sich die eigene Geschichte sauber anschaut."

Die gemeinsame Geschichte von Reformpädagogik und evangelischer Kirche reicht weit zurück – für manche bis zur Reformation vor über 500 Jahren. "Die Reformpädagogik ist immer protestantisch gewesen", sagt etwa Jürgen Oelkers. Der Pädagoge hat sich in mehreren Büchern kritisch mit der Reformpädagogik auseinandergesetzt. "Wo Protestanten weltliche Macht hatten, entstanden Reformschulen."

Als Grund nennt er das protestantische Religionsverständnis, das auf Martin Luther fußt. "Wenn man im Protestantismus sein Seelenheil erlangen will, muss man die Bibel lesen." Jeder einzelne Christ ist vor Gott gleich, das Wesen des Glaubens ist die Bildung. "Der Leitgedanke der Reformpädagogik lautet: Jedes einzelne Kind ist wichtig." Dieser Gedanke sei dem protestantischen Leitgedanken sehr ähnlich, der da lautet: "Jeder einzelne Christ ist wichtig."

Nicht alle Bildungsreformer hatten ein gutes Verhältnis zur evangelischen Kirche. Große Schnittstellen gab es Ende des 19. Jahrhunderts aber in der Bewegung der Landerziehungsheime. Die Gründer von Landerziehungsheimen waren alle Protestanten, sagt Oelkers. Sie sahen die Heime als Zufluchtsstätten vor gesellschaftlicher Dekadenz. Fern der Großstädte, abgeschieden auf dem Land, sollten Kinder und Jugendliche nicht bloß unterrichtet werden, die Schulen sollten auch Lern-, Lebens- und Arbeitsorte sein. Ganzheitliche Erziehung in Gemeinschaft, so lautete das Konzept.

Dass in den Gemeinschaften die Nähe zwischen Erziehern und Schülern zu groß werden konnte, zeigt auch das Beispiel des Bildungsreformers Gustav Wyneken. Der Leiter der Freien Schulgemeinde Wickersdorf wurde 1921 wegen sexuellen Missbrauchs an zwei Jugendlichen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

"Sie waren die gefeierten Bildungsreformer"

Auch an der Odenwaldschule war sexualisierte Gewalt von Anfang an Thema. 1910 gründeten der Reformpädagoge Paul Geheeb und seine Frau Edith die Odenwaldschule in Ober-Hambach. Aus Briefwechseln ist bekannt, dass sich Eltern wenige Jahre später bei Geheeb über Übergriffe beschwerten. Der Schulleiter bügelte die Vorwürfe allesamt ab. Die Jugendlichen sollten sich mal nicht so haben, war Geheeb überzeugt.

Zu dieser Einstellung könnte auch eine Denkfigur beigetragen haben, auf die sich einige Reformpädagogen immer beriefen: den "pädagogischen Eros", die besondere Zuneigung zwischen einem erfahrenen Mann und einem Jungen, nachempfunden der antiken Idee der Knabenliebe. Deren Verfechter, so etwa Hartmut von Hentig und Gerold Becker, betonen meist den platonischen Charakter dieses Eros. Es gehe um die Einführung eines Jungen in die Welt, eine Art Mentorat – mehr nicht. Kritiker hingegen sind sich sicher, dass das Konzept des "pädogogischen Eros" Pädophilie begünstige. Sogar auf antiken Vasen finden sich Abbildungen sexualisierter Gewalt. "Heute ist das klar geworden", sagt Oelkers. "Wer so redet, kann eben auch an eine bestimmte Praxis denken. Mit der sublimierenden Redeweise lenkt man nur davon ab."

Nach dem Zweiten Weltkrieg trugen Pädagogen und Bildungsforscher wie Hellmut Becker, Georg Picht und Hartmut von Hentig die Reformpädagogik in die breite Öffentlichkeit. Hellmut Becker war eng befreundet mit Picht, dem Bildungsreformer und Leiter des Internats Birklehof im Schwarzwald. Der Protestant Picht fachte mit seinen Aufsätzen über die deutsche "Bildungskatastrophe", die 1964 in der damaligen Zeitung Christ und Welt erschienen, eine breite bildungspolitische Debatte an. Hellmut Becker, von Haus aus Jurist, avancierte über die Jahre zu einem angesehenen Bildungsforscher. 1963 wurde ihm die Leitung des neu gegründeten Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung übertragen. Im Hintergrund wirkte er auch an der Ernennung Gerold Beckers zum Lehrer und schließlich Schulleiter der Odenwaldschule mit.

Hartmut von Hentig wiederum war zwei Jahre Lehrer am Birklehof, bevor er 1963 – unhabilitiert – eine Professur an der Universität Göttingen bekam. Picht, Becker und Hentig gehörten zu einer aufgeklärten, linksliberalen Elite. "Protestantische Mafia" hat der Soziologe Ralf Dahrendorf dieses Netzwerk einmal genannt, im Kontrast zur kleinbürgerlich-katholischen Welt Konrad Adenauers. Zu dieser Elite zählte er auch die Weizsäckers oder die ehemalige ZEIT-Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff. Dass die ZEIT über Dönhoff indirekt in Beckers Netzwerke verwickelt war, hat sie selbst im Jahr 2010 thematisiert.

"In der evangelischen Kirche wie in der liberalen Öffentlichkeit waren Hentig und Hellmut Becker die gefeierten Bildungsreformer", sagt Oelkers. "Und sie wollten Gerold Becker in der deutschen Reformpädagogik verankert sehen."

Gerold Becker und Hartmut von Hentig lernten sich an der Universität in Göttingen kennen. Hentig wurde dort schnell zum Mentor von Becker, der selbst nie Pädagogik studiert hat. Sowohl Becker als auch Hentig knüpften in ihrem Erziehungsverständnis an die Reformpädagogik an und verstanden die Schule als "Polis" nach altgriechischem Vorbild, als Lern- und Arbeitsraum mit demokratischen Strukturen. "Hentig und Becker waren der Meinung: In der Staatsschule lernt man weitgehend nur aus Büchern", sagt Oelkers. "Aus dieser Kritik entstand das Konzept der 'entschulten Schule'." Diese sollte Erleben und eigenständiges Arbeiten fördern und den Frontalunterricht überwinden.

Hartmut von Hentig © Ingrid von Kruse/Agentur Focus

Bei ihrer Arbeit suchten Becker und von Hentig immer wieder die Nähe zur Kirche. Schon 1969, Becker war gerade Lehrer an der Odenwaldschule geworden, diskutierten die beiden mit Hellmut Becker und dem Schriftsteller Günter Grass auf dem Evangelischen Kirchentag in Stuttgart über das Manuskript eines Romans des späteren Nobelpreisträgers.

Immer wieder trat Gerold Becker in den nachfolgenden Jahrzehnten auf Kirchentagen auf, diskutierte, übernahm Bibelarbeiten. Becker habe sich dabei stets als Theologe gesehen, sagt Oelkers. In der Tat hatte er ein Theologiestudium abgeschlossen und wollte danach Pfarrer werden. Das Vikariat in Österreich brach Becker jedoch vorzeitig ab. Viele Indizien sprechen dafür, dass sexuelle Übergriffe schon damals öffentlich zu werden drohten.

Warum griffen die Medien die Vorwürfe nicht auf?

Von 1993 bis 1997 war Becker sogar Teil des Präsidiums des Evangelischen Kirchentags. Im Juni 1999, wenige Monate bevor die Frankfurter Rundschau die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn veröffentlichte, diskutierte Becker unter anderem mit Rita Süssmuth und Wolfgang Thierse auf dem Kirchentag in Stuttgart über die Nachwende-Erfahrungen der Ostdeutschen. Nach seinem Weggang von der Odenwaldschule im Jahr 1985 hatte Becker eine zweite Karriere als Bildungsexperte begonnen. Er publizierte, diskutierte, hielt Vorträge und arbeitete unter anderem auch für das hessische Bildungsministerium.

Becker war nicht nur auf dem Kirchentag gern gesehener Gast, auch innerhalb der EKD übertrug man ihm Aufgaben. Von 1991 bis 1997 war Becker Teil der Kammer für Bildung und Erziehung, so bestätigt es ein Sprecher der EKD. Becker war auch Mitglied des Vorbereitungsausschusses der EKD-Synode "Aufwachsen in schwieriger Zeit – Kinder in Gemeinde und Gesellschaft" im Jahr 1994 und schrieb an einer Denkschrift mit, in der sich die Kirche zur Reform des Religionsunterrichts positionierte.

Nach 1999 hatte Becker nach bisherigen Recherchen keine Ämter innerhalb der evangelischen Kirche inne. Er publizierte aber weiter und blieb gefragter Experte, auch weil große Medien, darunter die ZEIT, die Vorwürfe nicht aufgriffen.

Wie war das möglich?

Aus der Politik kommt zu der Frage, ob die evangelische Kirche genug in Sachen Aufarbeitung macht, vor allem eins: Schweigen. Politiker, die der EKD nahestehen oder regelmäßig auf Kirchentagen sprechen, wollen auch auf Anfrage nichts zur Odenwaldschule und Gerold Becker sagen. Lediglich Konstantin von Notz, Beauftragter für Religion und Weltanschauungen der Grünen-Bundestagsfraktion und selbst Protestant, äußert sich schriftlich, wenn auch sehr allgemein, auf eine Anfrage von Christ&Welt. Er fordert die Kirche auf, auch die Strukturen zu untersuchen, die Missbrauch begünstigen. "Es ist richtig und wichtig, dass die evangelische Kirche sich aktiv mit der individuellen und institutionellen Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in den eigenen Reihen auseinandersetzt und einen konkreten Handlungsleitfaden erstellt hat, der die Aufarbeitung voranbringen und dabei auch die Betroffenen mehr beteiligen soll."

Und die Kirche selbst? Wenn nun der Kirchentag in Dortmund beginnt, werden Becker und Hentig dort kein Thema sein. Generalsekretärin Julia Helmke rechtfertigt das mit den Wünschen der Teilnehmer. "Der Kirchentag ist auch ein Forum, wo wir aufnehmen, was an uns herangetragen wird", sagt sie. "Das Thema sexualisierte Gewalt in Zusammenhang mit der Reformpädagogik kam dieses Mal und auch in den letzten Jahren quasi nicht vor." Auf vergangenen Kirchentagen, insbesondere 2011, habe man der Missbrauchsdebatte jedoch viel Raum gegeben.

Auf einem der Podien in Dortmund wird unter anderem die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs, zugleich EKD-Beauftragte zum Schutz vor sexualisierter Gewalt, sitzen. Das Thema des Podiums: Vertrauen und Vertrauensmissbrauch. "Der schlimmste Vertrauensverlust", kommentiert Kirchentags-Generalsekretärin Helmke das, "ist der Missbrauch. Insofern ist das natürlich ein wichtiges Thema für uns." Auf dem Podium kämen auch zwei Betroffene sexualisierter Gewalt im Raum der evangelischen Kirche zu Wort.

Gerold Becker © Picture Alliance/dpa

Zudem macht Helmke eine Ankündigung: Sie möchte Beckers und Hentigs Rolle auf den Kirchentagen untersuchen lassen und hat deshalb eine Kirchengeschichtlerin in die Archive geschickt. "Wir lassen recherchieren, wie und wann Persönlichkeiten aus diesem reformpädagogischen Umfeld auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag präsent waren, welche öffentlichen Vorträge und Veranstaltungen von ihnen gehalten worden sind, was ihr Inhalt war und ob daraus Schlüsse zu ziehen sind, ob der Kirchentag als Laienorganisation strukturell an dem Netzwerk um die Täter beteiligt war", sagt sie. Man habe damit vor allem auf den Vorstoß des EKD-Kulturbeauftragten Johann Hinrich Claussen reagiert.

Mit ersten Ergebnissen rechnet Helmke Ende des Jahres. "Wir werden uns als Präsidium die Ergebnisse anschauen und dann gemeinsam überlegen, welche Konsequenzen wir daraus ziehen." Man wolle auch mit der EKD und mit anderen Einrichtungen der evangelischen Kirche zusammenarbeiten.

Auf der Tagung der Synode in Würzburg Ende 2018 forderte Fehrs eine konsequentere Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche. Sie sprach von einem "evangelischen Muster" und begünstigenden Faktoren. Einer dieser Faktoren sei unter anderem die falsch verstandene Reformpädagogik ab den 1970er-Jahren gewesen. Den Namen Gerold Becker erwähnte sie mit keinem Wort.