Wenige Jahre nur, dann kippt das Klima, dann gerät die Welt, gerät unser Leben unrettbar außer Kontrolle. Das ist es, was die Forscher sagen. Das ist die Wahrheit, auf die sich Greta Thunberg, Rezo und all die anderen Klimaretter berufen. Der Untergang als letzte Gewissheit, und daraus kann nur eines folgen: eine ebenso gewisse Tatkraft.

Diesen Glauben ans Faktische und daran, dass sich mit handelnder Vernunft noch die schlimmste Katastrophe abwenden lässt, muss man unbedingt bewundern. Ohne ihren Positivismus säße Thunberg noch immer einsam vor dem Stockholmer Parlament, und die Regierungen der Welt könnten die fest vereinbarten Klimaziele weiterhin ungerührt ignorieren. Dennoch kann einem der Machbarkeitsglaube vieler Aktivisten auch suspekt, ja fast unheimlich sein. Für sie ist der Klimakollaps vor allem ein Steuerungsproblem, das sich mit Verboten, Auflagen und ganz viel technischer Innovation schon beheben lässt. Damit aber folgen sie just jenen Denkmustern, die das Unheil erst hervorgebracht haben.