Wann was verschrieben wird

Männer im Alter von 60 bis 64 Jahren bekamen mit durchschnittlich 9,5 Präparaten pro Person die meisten Medikamente verordnet (angegeben ist die Anzahl der Präparate pro Erwerbsperson im Jahr 2018).

Wer wie oft verordnet

Allgemeinmediziner und Hausärzte verschreiben am häufigsten Medikamente. Etwa 43 Prozent der TK­-Patienten, die zu ihnen in die Praxis kamen, wurde 2018 mindestens ein Medikament verordnet.

Wofür Medikamente verordnet werden

Die meisten Arzneimittel wurden 2018 für das Herz­-Kreislauf­-System verordnet, angegeben sind die durchschnittlich verordneten Tagesdosen im Jahr 2018.

Wer die meisten Medikamente bekommt

Arbeitslose bekommen die meisten Medikamente verschrieben, sie gehen auch am häufigsten zum Arzt – angegeben sind die durchschnittlichen Tagesdosen sowie die Arztkontakte im Jahr 2018. Wir zeigen jeweils die fünf Berufe, in denen die meisten Medikamente verordnet wurden.

Nicht immer mehr

Vor allem blutdrucksenkende Mittel sorgen seit dem Jahr 2000 für den Anstieg bei den Verschreibungen von Mitteln für Herz und Kreislauf. Medikamente für das Verdauungssystem steigen im selben Zeitraum noch stärker, verantwortlich dafür sind Magensäureblocker. Manche Mittel wurden aber auch weniger verordnet (angegeben sind die relativen Veränderungen der Medikamentenverordnungen seit 2000).

Die Zahlen in den Grafiken beziehen sich auf sogenannte Erwerbspersonen: Das sind alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie Arbeitslose mit eigenständiger Mitgliedschaft in der Techniker Krankenkasse.

Die erwähnten Tagesdosen heißen offiziell "Defined Daily Dose", abgekürzt DDD. Eine DDD ist die Substanzmenge, die zur Behandlung eines Patienten mit einem Präparat für einen Tag ausreicht – für die durchgängige Behandlung eines Patienten über ein Jahr wären also 365 DDD erforderlich.

Illustration: Matthias Holz

Recherche: Jan Schweitzer

Quelle: Gesundheits­report "Arznei­verordnungen" 2019 der Techni­ker Krankenkasse (TK). Grundlage sind anonymi­sierte Daten zu aktuell 5,16 Mil­lionen sozialver­sicherungspflich­tig beschäftigten oder arbeitslos gemeldeten Mit­gliedern der TK – und damit von etwa 15 Prozent aller sozialversi­cherungspflich­tig Beschäftigten in Deutschland.