Heute möchte ich Ihnen verraten, wie das Einhorn auf den Müllbeutel kommt. Das erfuhr ich, als ich, dem Hinweis einer Leserin auf Designer-Müllbeutel folgend, auf die Firma Pely aufmerksam wurde, die neben Designer-Müllbeuteln noch weit seltsamere Produkte für die Tonne herstellt: Einhorn-Müllbeutel. In einem Video erläutert Pely den Produktionsprozess, den ich Ihnen kurz wiedergeben möchte. Falls Sie meine Hinweise bislang überlesen haben, möchte ich hier noch einmal daran erinnern, um was für Produkte es sich handelt: um Müllbeutel. Müll. Beu. Tel.

Zu Beginn der Produktion werden die Einhörner mit blauen Geräten aus ihrer Heimat, dem "Regenbogen-Wolken-Land", herausgesaugt. Es folgt die zweite Phase, die sogenannte Farbseparation. Dabei werden die Einhörner so lange in einer Waschmaschine geschleudert, bis sie sich die Regenbogenfarbe aus dem Leib kotzen, um dann als blassrosa Strichzeichnungen per Katapult auf die Müllbeutel geschossen zu werden. Dritte und finale Produktionsphase ist die "Beduftung", bei der ein weiteres Einhorn lachend auf seine gleichermaßen ge- wie verbeutelten Artgenossen pupst (konzernintern: "Magischer Moment"). Verantwortlich für das Firmenvideo sind dem Abspann zufolge Pinky Pummelfee, Polly Puschel und Pamela Pupsi.

Womöglich unterschätze ich die Wettbewerbsintensität im Müllbeutelgeschäft. Allerdings sind andere Erklärungen für das Video ebenfalls plausibel: a) Betriebskindergarten hat Marketingabteilung übernommen. b) Schlimmer Fachkräftemangel im kreativen Bereich. c) Halluzinogene Ausdünstungen bei der Plastikproduktion. Vielleicht ist alles aber auch ganz normal und nur die Überflussgesellschaft selbst in einer finalen Phase angelangt. Wenn die Einhornbeutel dereinst mit all dem anderen Plastikmüll durch die Ozeane treiben, bleibt als einziger und zudem schwacher Trost, dass Wale keine Videos schauen.