Ihren Mann haben wir in dieser Rubrik auch schon präsentiert, acht Jahre ist das her, die Zeit vergeht im Flug. Sieht man auch daran, dass ihr Durchbruch als Literatin nun immerhin 27 Jahre zurückliegt. Ihre Prosa sei der seinen im Erzählton ähnlich, las man damals in mancher Rezension, in einer glasklaren Sprache geschrieben, tiefgründig im Sezieren seelischer Vorgänge, spannend und spielerisch im Umgang mit Fiktion und Realität. In der Tat ist ihr Leben von dem ihrer Romanfiguren fast nie zu trennen, stets fließt Autobiografisches mit ein, denn, so sagt sie: "Einen Roman zu schreiben heißt, sich an etwas erinnern, das nie passiert ist." Bis dato sind dem Erstling sechs weitere Romane gefolgt, dazu viele Essays, in die Erkenntnisse aus Neurowissenschaft, Medizin, Psychologie und Philosophie Eingang finden. Und längst unverkennbar ist ihr eigener Stil, ein kluger, (selbst)bewusst weiblicher Blick auf die Welt.

Ihr Fachwissen hat die älteste von vier Schwestern autodidaktisch erworben; es ist so umfangreich, dass sie heute Vorträge vor Wissenschaftlern hält und Studenten unterrichtet. "Wir müssen alle Aspekte in uns integrieren, um vollständige Wesen zu sein", davon ist sie überzeugt: Ihr Leben wirkt wie der Beweis dazu, ihre stabile Ehe wie die Basis des Erfolgs. Seit gut einem halben Jahrhundert bewohnt sie mit ihrem Mann ein Haus voller Bücher und Bilder im Künstlerviertel einer Metropole. Hier lebt sie ihren Traum, den sie schon als 14-Jährige hatte – eine berühmte Schriftstellerin zu sein. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 25:

Der aus Frankfurt a. M. stammende Heinrich Nestle (1814–1890) lernte Apotheker, ließ sich 1839 in Vevey am Genfer See nieder, änderte seinen Namen in Henri Nestlé und machte sich 1843 selbstständig. Er verfeinerte Liebigs Rezept für eine Säuglings-Ersatznahrung. Seine Firma verkaufte er 1875 und lebte in Montreux und Glion