Der kanadische Schauspieler Ryan Reynolds, bekannt aus filmhistorischen Großwerken wie Die Hochzeitsfalle, Party Animals und Wild X-Mas, ist Eigentümer einer Gin-Marke und hat sein eigenes Produkt unter Pseudonym rezensiert. Er gab ihm, ganz der Star aus Paper Man – Zeit erwachsen zu werden, fünf von fünf möglichen Sternen.

Über eine Rezension meiner eigenen Kolumne, verfasst in Spirituosenkatalogslyrik unter dem Pseudonym Zechpeter Honigsäckel, denke ich auch schon länger nach, konnte mich bisher aber nicht entscheiden, wie ich mich loben soll. Denkbar wäre:

Die Kolumne von Dausend war schon immer ein Geheimtipp, doch mit dem Jahrgang 2019 hat sich der Autor selbst übertroffen. Er hat das Schreiben noch mal neu erfunden, intensiv am Text gefeilt, der jüngst um vier Zeilen verlängert wurde. Auch die Tonlage ist anders: Der 2019er Dausend strahlt jetzt wie ein Martenstein ohne Feminismus-Kritik. Selten haben wir einen so prickelnd frischen Stehsatz aus dem Hause Holtzbrinck verkostet. Vollmundig im Auftritt, tiefgrün in der Anmutung, trägt der 2019er aber auch sozialdemokratische Komponenten wie die bittere Note der Vergeblichkeit. Der Sinn bleibt zwar nicht lang im Kleinhirn hängen, mit seiner derben Säure überzeugt der 2019er jedoch im Abgang. Kurzum: ein Genuss!

Schön wäre auch: Die ganze Kraft und Intensität des Geschreibsels von mittelalten, knorrigen Autoren ist in dieser Kolumne zu spüren. Am liebsten ist mir aber nach wie vor: Hauptsache, es knallt!