Schon zum 27. Mal fand das Deutsche Ärzteschachturnier in einer Bäderstadt – in diesem Jahr einmal mehr Bad Homburg – mit einem Kasino in der Nähe des Schachsaals statt. Kann das noch Zufall sein?

Beim von einem köstlichen Buffet "unterfütterten" Empfang wies der Oberbürgermeister Alexander Hetjes in seiner launigen Rede auch darauf hin, dass die Spielbank seit vier Jahren der Stadt gehöre; insofern sähe man es durchaus gern, wenn die Ärzte abends nach der (gedanken)schweren Schachkost diese aufsuchten – quasi zur Gegenfinanzierung des Empfangs. Es gibt berühmte Vorbilder. So schnupperte schon der spätere amerikanische Weltmeister Bobby Fischer, zusammen mit Großmeister Lothar Schmid, an dieser Glücksspielatmosphäre. Allerdings, Schachspieler, die sie nun einmal waren, äußerst besonnen.

Anders die russische Gräfin Sophie Kisseleff, der Dostojewski in seinem 1866 in Bad Homburg geschriebenen Roman Der Spieler ein Denkmal setzte. Doch die spielsüchtige Großmutter war gleichzeitig eine kluge Geschäftsfrau und kaufte Spielbank-Aktien, sodass sie trotz ihrer immensen Verluste auf der Gewinnerseite blieb, wovon drei ihrer Häuser in der nach ihr benannten Straße am Kurpark zeugen. Auch eine Art Gegenfinanzierung – Spielverluste zur Alimentierung der Dividenden.

Nun aber garantiert glücksspielfreies Schach: Mit welcher herrlichen Kombination konnte der Urologe Ulrich Zenker als Schwarzer am Zug gegen Oliver Bucur gewinnen?

Lösung aus Nr. 26: Wie setzte Weiß wunderbar in drei Zügen matt? Nach dem verblüffenden Springeropfer 1.Sg6+! Sxg6 (1...Dxg6 2.Dxd8+ De8 3.Dxe8 matt) krönte das Damenopfer 2.Dxh7+! Kxh7 3.Th5 matt die Kombination. Übrigens scheiterte gleich 1.Dxh7+ Kxh7 2.Th5+ an 2...Dh6!