Wer aufs Dach von Amerika steigt, der sieht die ganze Welt. Mitten in München: Asien, Europa, Australien, Afrika. Die fünf weißen Häuser des Wohnprojekts Wagnis Art heißen wie die fünf Kontinente, weil die Kinder, die hier wohnen, das so wollten. Ganz oben, wo man über luftige Brücken leicht von einem Kontinent zum nächsten gelangt, sitzen die Bewohner gern zusammen und sagen einander, wie gut doch alles geworden ist. Und wie gut, dass sie durchgehalten haben. Sieben Jahre hat es gedauert, bis sie hier einziehen konnten. Sieben Jahre, die mit einer Baugruppe aus zwölf Leuten und einem Hektar Land begannen. Jahre, in denen Entwürfe diskutiert, Wünsche erfüllt und verworfen und endlich Wohnungen verteilt wurden. Heute leben in Wagnis Art 200 Erwachsene und 130 Kinder. Mehr als 300 Menschen, die – so verrückt es auch klingt – so etwas sein wollen wie Familie. Ein gewagtes Experiment, eine neue Form des Zusammenlebens. Und doch nur eine von vielen Gemeinschaften, wie Deutschland sie heute so dringend braucht.